Wo beginnt Doping?

MitarbeiterDie Medien sind voll von Berichten über Arbeitnehmer die ihren Arbeitsalltag nur mit großen Schwierigkeiten meistern. Viele von ihnen helfen sich mit verschiedenen „Stimmungsaufhellern“ gegen Ängste, Depressionen oder/und Burnout. Diese Zustände sind gewünscht und sozial anerkannt. Als Schwächling gilt einer der seine Arbeit nicht mehr bewältigt und gar in Krankenstand geht. Viele Arbeitnehmer brauchen medikamentöse Unterstützung um „normal“ funktionieren zu können. Ist das Doping? Warum hören wir nicht schon auf berufliche Leistung zu beweisen, wenn wir unter normalen Umständen schon nicht mehr können? Niemand wird als Betrüger bezeichnet der Medikamente nimmt um seinen beruflichen Alltag zu bestehen.

Doch bei Sportlern ist das ganze auf einmal böse? Sportler, die nur gewinnen können, wenn sie das gleiche machen wie alle anderen Sportler? Sportler, die das gleiche machen wie ihre Arbeitskollegen an einem betrieblichen Arbeitsplatz? Es wird geschrieben der Langlaufsport im Österreich steht vor dem aus. Fieberhaft wird nach Methoden geforscht um einem jeden Sportler nach zu weisen welche verbotenen Substanzen er einnimmt. Warum eigentlich? Sind Sportler andere Menschen als alle anderen? Warum dürfen sie keine leistungssteigernden Medikamente nehmen? Arbeitnehmer schon?

Da gilt es sich Gedanken zu machen – nicht nur um den Sport – um uns alle in dieser Gesellschaft!

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Unternehmerische Vielfalt im Handeln und Denken

Eine neue Partei hat das Licht der Welt im österreichischen Nationalrat erblickt. Geführt wird diese von einem erfolgreichen Unternehmer der sich nicht auf seinen verdienten Lorbeeren ausruht sondern ganz im Gegenteil noch einmal von Null beginnt. So weit so mutig und gut! Als Person weitestgehend unbekannt und vom Mythos des erfolgreichen Businessman umgeben tritt dieser immer mehr in die Öffentlichkeit und wird „erkennbar“. Sein Wort ist Gesetz und duldet keinen Widerspruch – diese Einstellung ist in den letzten Wochen klar und deutlich zutage getreten. Diese Einstellung ist diesem Unternehmer sicherlich nicht neu. So hat er wahrscheinlich sein Leben lang gelebt und gewirkt. Wie ist das möglich in der Politik in einer Demokratie Nationalratsabgeordnete wie „Ja-Sager“ zu halten? Ist das das Parlament wie wir es uns vorstellen? Sind das die Damen und Herren die das Volk vertreten?

Andererseits denkt man auch an die vielen Mitarbeiter in diesem großen Unternehmen und wünscht sich, trotz des großen Erfolges, dass dieser Führungsstil nicht Schule macht. Oder ist dieser Führungsstil sogar weit verbreitet in vielen Unternehmen? Die Unternehmenseigner gut abgeschirmt von Managern die das Wollen des Eigners aushalten dürfen (dafür ein Schmerzensgeld erhalten – wir nennen es in der Öffentlichkeit „Managerboni“) und als Dolmetscher zur Belegschaft dienen.

Ist das die Freiheit die wir uns wünschen? Im staatlichen und im unternehmerischen Bereich? Können selbständig denkende und handelnde Menschen in so einem Umfeld gedeihen und effizient handeln und so zum Wohlergehen des Unternehmens oder des Staates beitragen? Oder dämpft diese Einstellung jede Regung von eigenem Denken und Handeln? Ist gar eigenes Denken und Handeln unerwünscht?Unter Umständen ist der Weg in die Selbständigkeit der Weg derer die Schwierigkeiten haben dieses existierende Umfeld mit ihrem Stillhalten zu unterstützen. Unter Umständen ist es für einen wachsenden Anteil an der erwerbstätigen Bevölkerung bedeutungsvoller Freiheit im Denken und Handeln zu haben als den trügerischen Schein der Sicherheit als Angestellter in einem Unternehmen.

Faulheit: der Hang zur Ruhe ohne vorhergehende Arbeit (Immanuel Kant)

Ist es erlaubt, einfach mal faul zu sein? In unserer Leistungsgesellschaft, in der alle immer und zu jeder Zeit funktionieren müssen – darf man sich da so etwas Verpöntem wie dem süßen Nichtstun hingeben? Es sei angemerkt, nur zwischenzeitlich. Nur für ein Stündchen, in dem man sich auf die Terasse setzt und sich die Sonne ins Gesicht scheinen lässt. Oder einen verregneten Sonntag lang, den man faul auf dem Sofa lümmelnd verbringt? Ist das dann nicht unnütz vertane Zeit, in der man doch auch etwas sinnvolles erledigen hätte können? Etwa endlich die Sommersachen in den hinteren Teil des Kastens zu verräumen oder den Schreibtisch von sich stapelnden Papieren zu befreien? Sich bewußt mit den Kindern zu beschäftigen oder zumindest den Garten winterfest machen.
Kennt außer unseren Kindern noch jemand Langeweile? Langeweile ist für uns Erwachsene leider zu einem wahren Luxusgut geworden. Und wenn man dann der Faulheit frönt, tut man das nicht ohne schlechtem Gewissen. Lang, lang ist es her, dass jene Menschen, die es sich leisten konnten, nichts zu tun und ihre Tage mit Zeit und Muße verbachten, von der sich abplagenden, arbeitetenden Schicht beneidet wurden. Ausschlafen und durch den Tag bummeln – und niemand der einem deshalb ein schlechtes Gewissen oder Faulheit nachsagt – wünschen wir uns das nicht manchmal heimlich? Die nebeligen Novembertage laden uns doch geradezu ein, es uns auf dem Sofa bequem zu machen oder den Tag bis in den späten Vormittag hinein im kuscheligen Bett zu verbringen! Lassen wir uns doch kein schlechtes Gewissen machen. Wir tun Tag ein Tag aus unsere alltäglichen Pflichten, da muss es uns doch wohl mal erlaubt sein, uns dazwischen irgendwo ein Stündchen abzuzweigen, das uns gehört. Und das ganz ohne ein schlechtes Gewissen! Ein Lob dem Nichtstun!

Das Leben ist schön!

In Europa arbeiten wir, was den Jahresarbeitsstundenvergleich (Korea ca. 2.350, USA und Japan ca. 1.800, Österreich ca. 1.480 Stunden im Jahr) betrifft, im Vergleich zu den anderen Staaten dieser Welt weniger, doch dürfte es vielen von uns Europäern genug sein, wenn man sich die Burn Out-Raten ansieht. 25 % der Lehrer in Deutschland sind mental ausgebrannt. Über alle Berufsgruppen und in allen OECD-Ländern liegt die Burn Out – Quote bei 20 %. In Dänemark ist das durchschnittliche Alter bei Frühpensionierung in den letzten zwanzig Jahren von 55 Jahren auf 50 Jahre gesunken. Wir haben ein sehr hohes Wohlstandsniveau in Europa und haben Angst vor Verlust. Beinahe jeder Arbeitnehmer, egal welcher Berufsgruppe, hat diese Gedanken und bei vielen führen diese zu psychischen Krankheitsbildern.

Es sollte vor allem im Interesse der Betriebe liegen die Mitarbeiter zu unterstützen. Eigentlich die Aufgabe von Führungskräften und Unternehmenseignern sich um das Wohlergehen der Leistungsträger im Unternehmen zu kümmern, finden sich heute bereits (wenige) Unternehmen, die eine eigene „Guter Engel“ Position im Unternehmen geschaffen haben. Und das mit Erfolg. Bildung und Personalentwicklung ist auf allen Mitarbeiter- und Führungskräfteebenen sicher zu stellen. Führungskräften dadurch Werkzeuge in die Hand zu geben um mit den unterschiedlichsten Lebenssituationen der Mitarbeiter unterstützend und erfolgreich umgehen zu können und Mitarbeitern Werkzeuge zur Verfügung zu stellen um Problemsituationen im beruflichen Alltag selbständig lösen zu können. Unser Selbstvertrauen wird gestärkt durch selbständiges Problemlösen!

Nutzen Sie die schönen Herbsttage um Ihren Kopf auszulüften, genießen Sie die Natur beim Schwammerl suchen (Schwammerlrezept folgt), Drachensteigen lassen mit den Kindern oder einfach nur um zu wandern oder spazieren zu gehen.

Können Sie fair streiten?

Können Sie „gut“ streiten? Verhalten Sie sich Ihrem Gegenüber im Streit fair? Lassen Sie Ihren Streitpartner seine Argumente vorbringen? Hören Sie zu? Konstruktives Streiten kann erlernt werden. Streit ist nicht unbedingt nur als negativ zu betrachten. Eine Auseinandersetzung sollte auch als Chance gesehen werden. Oft sind es gegenseitige Schuldzuweisungen, die es unmöglich machen, ein konstruktives Streitgespräch zu führen. Versuchen Sie, Ihren Standpunkt zu argumentieren. Die Argumente Ihres Gegenübers sollten Sie auch versuchen zu verstehen und auf diese eingehen. Das ist etwas, das uns nicht von heute auf morgen gelingt. Konflikte fair zu lösen, muß man möglicherweise erst lernen.
Auch im Job ist es wichtig, sich Konflikten zu stellen und diesen konstruktiv zu begegnen. Eine Möglichkeit ist, sich im Team in regelmäßigen Abständen zusammen zu setzen und den Umgang unterneinander zu reflektieren. Auch Konflikte gehören regelmäßig auf die Tagesordnung gesetzt. Versuchen Sie gemeinsam eine „Streitkultur“ zu entwickeln, die Fairness bietet und positive Kommunikation fördert.
Denn „richtig“ Streiten können nur Kinder! Wo gerade eben noch in freidlicher Eintracht gespielt wurde, ist plötzlich ein Streit entstanden, es werden wüsteste Beleidigungen ausgestauscht. Wo eben noch gestritten wurde, herrscht aber Minuten später schon wieder seelige Eintracht. Dieses Streiten-Können kommt uns aber im Erwachsensein abhanden und wir müssen es erst wieder lernen!